Checkliste für Yachtkauf

Checkliste für Yachtkauf 2012_12_12

Trotz intensiver Recherche im Netz habe ich keine passable Checkliste für einen Yachtkauf gefunden. Daher habe ich mir folgende Checkliste erstellt, die euch ein Anhaltspunkt sein kann für zukünftige Käufe.

 1. Besichtigung an Land

Schrammen, Haarrisse, Beulen
– Breitesten Bereich des Rumpfes untersuchen
– Stellen, die oft Kontakt mit Fendern hatten
– im Kielbereich

 Haarrisse Decksschicht
– Eckpunkte zwischen Rumpf und Aufbau
– im Bereich der Püttinge
– im Bereich der Winschen
– im Bereich Cockpit

Verdächtige Flächen mit altölgetränkten Lappen einstreichen, Risse treten sofort zutage. Alternativ schwarze Schuhcreme benutzen. Bei dunklen Gelcoats Kreidepulver zur Spurensuche verwenden

Lecksuche – Untersuchung von
– Rumpf-Deck-Verbindung
– Scheurerleisten
– Fußreling
– Verschraubungen
– Relingsfüße

Prüfung mit Wassereimer
– Fußrelingsbereich
– Fenster
– Luken
– Lüfter

Ruderanlage
– Unterkante
– Umlaufende Naht prüfen
– Verbindung Ruderwelle und GFK
– Pinne festhalten, Ruderblatt sollte sich nicht bewegen lassen
– Bei Spiel prüfen, ob dies von Seilzügen, Hydraulik kommt
– Wenn ja, Ruderwelle festsetzen und erneut auf Spiel prüfen

Motor
– Gummiabschluß Saildrive  Dichtungen okay und Gummi nicht porös?
– Oferananoden an Welle
– Wellenlager darf bei Saildrive kein Spiel haben
– Spalt zwischen Schraube und Schaft ölfrei?
– Propeller ohne Macken?

Impeller für Speedometer
– Wo ist dieser, läuft er rund, mit pusten prüfen

Geber für Echolot
– Wo ist dieser, sitzt dieser fest?

Rollvorsegel
– Hersteller ?
– Bei alten Anlagen dreht Profilstag um Vorstag, auf Verschleißstellen achten

2. Unter Deck

– Püttinge bis zur Verankerung verfolgen (Wasserspuren?)
– Bilge ist diese trocken?
– Wenn nein trocken legen, Papier reinlegen, beobachten ob Wasser nachläuft
– Kielbolzen
– Stevenrohrlager

Impeller für Speedometer
– Wo ist dieser, läuft er rund, mit pusten prüfen

Geber für Echolot
– Wo ist dieser, sitzt dieser fest?

Seeventile
– alle Seeventile prüfen
– wenn Seeventile rot verfärbt muss Tausch erfolgen

3. An Deck

Ruder
– Pinne auf Spiel am Kopf prüfen
– Fester Sitz des Quadranten auf der Welle
– Seilzuüge intakt?
– Umlenkrollen okay?
– Anschläge für Hart/Hart-Lage prüfen

Motor
– Gummimetallager (Motor anheben)
– Schläuche alle i.o.?
– Seeventil
– Zweikreiskühler, wann letzter Tausch des Frostschutzes
– Keilriemen
– Seewasserpumpe, wann letzter Tausch des Impellers
– Kraftstoff Vorfilter, wann letzter Tausch
– Kraftstoff Feinfilter, wann letzter Tausch
– Saildrive Gummi Dichtungsring ohne Beschädigung?
– Schrauben am Ring alle angezogen?
– Getriebe muß trocken sein ohne Öl an der Unterseite
– Motorölstand und Aussehen
– Getriebeölstand und Aussehen
– Motorbilge muss trocken sein

Handläufe
– Sind die Verschraubungen fest

Sprayhoud
-Gestänge kontrollieren, ist das okay?
– Druckknöpfe, sind diese gangbar
– Herunterklappen einfach zu bewerkstelligen
– Dichtigkeit mit Wasserstrahl prüfen

Winschen
– Klang  metallisch fehlt Fett
– Klang unregelmäßig dann verharzt, aufmachen, Hinweis auf allg. schlechten Pflegezustand
– Winschkurbeln – Verriegelungen intakt und leichtgängig?

Traveller und Schienen
– Schlitten leichtgängig und Rollen mühelos drehbar
– Befestigung Reitbalken – alle Schrauben festsitzend
– Können Rollen gegen Aufbauten schlagen (Begrenzungsdämpfer abgenutzt)
– Trimmleinen in Ordnung

Taljen
– Rollen, Lager, Leinen checken
– Halten Curry Klemmen unter Last
– Läßt sich Talje unter Last leicht öffen
– Schäckel kontrollieren

Bauniederhalter
– Gegenlager an Baum und Mast untersuchen
– Bolzen gerade, Bohrungen Gegenlager nicht ausgeschlagen, Umlenkrollen intakt, Talje in Ordnung
– Kontrolle mechanische Teile des Baumniederholers, ohne Schäden

Scheuerleisten
– Sitzen diese fest
– Unter Deck prüfen ob Leckagen vorhanden sind

Wantenspanner
– Wenn möglich ohne Last prüfen, lassen diese sich einfach drehen
– Wenn Schwergängig, auf defekte Gewinde, verbogene Teile und Schlagspuren prüfen

Püttinge
– Edelstahlteile ohne Verschleißspuren
– Sind die Püttinge fest verschraubt mit dem Deck

Reling, Fußreling, Bugkorb, Heckkorb, Badeleiter
– Alle Relingsstützen prüfen, besonders die an breitester Schiffsstelle
– Wie sind die Bolzen befestigt, kommt man einfach unter Deck ran
– Lochschine von Fußreling, Sind die Schrauben zum Nachziehen unter Deck leicht zugänglich
– Buggkorb prüfen, alle Rohre in Ordnung, Verschraubungen in Ordnung
– Heckkkorb prüfen, alle Rohre in Ordnung, Verschraubungen in Ordnung
– Badeleiter, Bedeplattform prüfen

Fenster
– Dichtungen in Ordnung
– Gelenke der Ausstellfenster in Ordnung
– Dichtigkeit der Fenster mit Wasser prüfen

Lucken
– Umlaufende Gummidichtung in Ordnung
– Dichtung zwischen Scharniersockel und Deck in Ordnung
– Verschraubung an Deck in Ordnung
– Gelenke der Luken in Ordnung

Lüfter
– Wenn Deckel vorhanden, lassen diese sich einfach zudrehen
– Dichtigkeit Lüfter mit Wasser prüfen

Ankerkasten
– Wie sieht das GFK im Kasten aus
– Sind Risse im Topcoat zu erkennen
– Wasserabfluß in Ordnung
– Winsch funktionstüchtig (einmal komplett ablassen und wieder einholen)

Rigg
– einmal an Land, einmal bei Probesegeln prüfen
– Drahtfallen wenn vorhanden ohne Verschleiß im Bereich der Rollen und Pressungen
– Wantenspanner und Püttinge siehe separate Punkte
– Mastfuss
– Klappmast ohne Beschädigung, Umlenkrollen prüfen
– Steckmast Umlenkrollen, Verkeilung, Dichtigkeit prüfen
– Salinge auf Schäden kontrollieren, besonders an Bohrungen und am Fuß
– Want auf Scheuerstellen im Berech der Salingsnock kontrollieren- Masttop auf Schäden kontrollieren, Mechanik von Verklicker und Antennen prüfen
– Alle Wanten und Stage kontrollieren, oben und unten
– Alle Mastbeschläge kontrollieren

Herd
– Gas Absperrhahn in Griffnähe
– Kann Herd schwenken
– Schließt die Frontklappe richtig
– Freiraum über neben Kocher ausreichend

Kühlschrank
– quer zur Fahrtrichtung eingebaut

Druckwasser
– Alle Pumpen, Wasserhähne prüfen
– Gechmack des Wassers neutral
– Geruch des Wassers neutral
– Wasserhahn zu, Pumpe muss sofort ausgehen
– Seeventil in Ordnung

Toilette
– Auf Funktion prüfen
– Seeventile gut erreichbar und in Ordnung

Wassertank
– Inspektionsdeckel vorhanden
– Geschmacksprobe
– Zustand der Leitungen
– Tankanzeige vorhanden
– Verankerung der Tanks ordentlich

Beleuchtung und Schalter
– Alle Lampen, auch die Lampen an Deck, nacheinander prüfen
– Wenn alles aus ist, zeigt das Amperemeter 0 Verbrauch an

Gardinen
– Schienensysteme für Gardinen, sind die richtig fest

4. Probefahrt

Probefahrt soll mehrer Stunden dauern, nur dann kann man alles beurteilen

Testcrew
– Optimal 1 x Techniker und 1 x erfahrener Segler

Eigner fährt Manöver im Hafen selbst (wegen etwaiger Schäden), Ausserhalb des Hafens im freien Seeraum Übernahme des Ruders als Steuermann, Schiffsführer bleibt der Eigner.

Motortest
– Wichtig ist das die Maschine kalt ist und nicht schon warmgefahren ist
– Genug Treibstoff vorhanden
– Motorölstand prüfen
– Warnlampen für Öldruck und Ladespannung leuchten
– Startet die Maschine nach wenigen Umdrehungen
– Drehzahl leicht erhöhen und Warmlaufen lassen
– Kommt Kühlwasser aus Auspuff
– Abgase ohne Färbung (blau verbrennt Öl, weiß verbrennt Wasser)
– Öldruck Warnhupe, Öldruckwarnlampe, Warnlame Ladespannung erloschen
– Voltmeter bei 13,8 Volt
– Ungewöhnliche Geräusche aus Maschinenraum nicht vorhanden
– Es richt nicht nach Diesel oder Öl
– Mit 80% Drehzahl fahren, Schiff sollte theoretische Rumpfgeschwindigkeit erreichen
– Theoretische Rumpfgeschwindigkeit= Wurzel aus LWL mal 2.43
– Getriebegeräusche bei ein und Auskuppeln nicht zu hören
– Weitere Kontrolle nach Rückkehr in Hafen

Vorrausfahrt unter Maschine
– Es darf nichts klappern am Ruder bzw. an der Pinne/Steuerrad
– Keine Vibrationen an Pinne / Steuerrad
– Kein störender Ruderdruck unter Marschfahrt
– Bei festgestellter Pinne muß die Yacht geradeaus laufen
– Bei geringen Kurskorrekturen kein Spiel an Pinne / Steuerrad

Rückwärtsfahrt unter Maschine
– mit ca. 4 Knoten Rückwärts fahren
– Kurskorrekturen durchführen, hierbei darf das Ruder nicht von einer Seite auf die andere Umklappen, sonst Lager defekt, Luft in Hydranlik, Kettenlängung, Verschleiß in Rudergetriebe, Zunächst Fehler im System finden und abstellen, dann neu testen

Rigg
– Leewanten Durchhang im normalen Bereich
– Wenn nach Nachspannen die Leewanten immer noch übermäßig Durchhängen
> Vorsicht, Decksstruktur könnte weich sein, An Land von Fachmann prüfen lassen, nicht vorher kaufen
– keine Geräusche an den Püttings beim Segeln
– Lümmelbeschlag (Mast Baumübergang) Gelenk alle Freiheitsgrade, kein unnötiges Spiel
– Mastrutscher leichtgängig
– Vorsegel unter Windlast leicht ein und ausrollbar
– Traveller – läuft der Schlitten leicht, Greifen die Curryklemmen, halten die Endanschläge
– Ist die Travelerschine gut verankert.
– Hebelklemmen, öffnen diese auch unter Last einfach, sind diese beschriftet
– Unterliekstrecker auf Wirkung prüfen
– Cunningham auf Wirkung prüfen
– Baumniederholer auf Wirkung prüfen
– Traveler für Groß und Vorsegel, lassen sich diese leicht verstellen

Segel
– Großsegel, in den Wind schießen, Fall lose, kommt es von alleine runter
– Großsegel, alle Reffs ausprobieren
– Großsegel, sind alle Lattentaschen in Ordnung
– Großsegel, alle Rutscher überprüfen auf Leichtgängigkeit
– Vorsegel, geht es einfach ein und auszureffen
– alle Segel beim Probesegeln testen
– Spibaum, Endbeschläge prüfen, Leichtgängig, rasten gut in Mast und Segel ein
– Toppnant und Fall und Klemme in Ordnung
– Baumniederhaltertalje ist eine an Bord, kann eine nachgerüstet werden (freie Klemme)

Kurs Hoch am Wind
– geringe Luvgierigkeit vorhanden wäre gut
– Ruderdruck und Schräglage müssen beim Anluven zunehmen
– Yacht muß auch bei größerer Schräglage gut steuerbar sein
– Bei zu großer Luvgierigkeit (Großschottraveler nach Lee, Unterliekstrecker durchsetzen für flaches Segel, Baumniederholer etwas lösen damit Druck aus dem oberen Segel kommt)
– Jetzt sollte es keine übergroße Luvgierigkeit mehr geben
– Ansonsten 1. Reff rein, wenn dann noch stark Luvgierig, anderes Boot kaufen

Unter Deck
– Schotten knarren nicht
– Türen lassen sich leicht öffen, wenn verklemmt dann Boot weich gesegelt
– Türrahmen sind nicht verzogen, sonst ist Boot weich gesegelt
– Bodenbretter klappern nicht
– Püttinge singen nicht
– Es sind nur die Wellengeräusche zu hören

5. Check nach Probefahrt

Motor
– Motorbilge trocken
– Keine Leckagen Öl und Wasser sichtbar
– Kein Geruch nach Öl
– Wärmetauscher bei Zweikreiskühlung dicht
– Motorölstand prüfen, wie sieht Öl am Peilstab aus
– Keilriemenspannung prüfen
– Warmstart des Motors, er muß sofort anspringen und sofort rund laufen

Dichtigkeitsprüfung mit Wasser (vom Bug nach achtern)

Alles von Innen auf Dichtigkeit prüfen
– Mastkragen
– Fensterrahmen
– Lukenrahmen
– Lüfter
– Winschenfundamente
– Püttingsdurchbrüche
– Fußreling
– Schiebeluke
– Backskistendeckel
– Ankerkasten
– Handläufe
– Umlenkrollenfundamente
– Steuersäulenfundament
– Stevenbeschlag

Vorhanden Papiere
– Alter Kaufvertrag
– EU-Mehrwertsteuer ausgewiesen
– Versicherungsverträge
– Winterlagerpapiere
– Wartungsrechnungen
– Reparaturrechnungen
– Rechnungen über Anschaffungen
– Personalausweis des Verkäufers (Daten in Kaufvertrag)
Eigentumsnachweis des Verkäufers
– Yacht beim DSV registriert (Unterlagen)
– Yacht beim BSH registriert (Unterlagen)

Kaufvertrag
– Mustervertrag bei Verbänden
– Daten des Verkäufers aus Personalausweis
– Nachweis über EU-Mehrwertsteuer eintragen